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Das Bürgerpanel – eine repräsentative Methode der Bürgerinnen- und Bürgerbeteiligung

Bürgerinnen- und Bürgerbeteiligung, wie sie momentan in Deutschland praktiziert wird, ist gekennzeichnet durch ein heterogenes Spektrum an Beteiligungsformen, die sich ausdrücklich an individuelle Bürgerinnen und Bürger richten. Hierzu gehören Bürgerversammlungen, Planungszellen, Foren, Nachbarschaftsprojekte, etc. Erfahrungen in der Praxis verdeutlichen, dass diese Ansätze die Bürgerschaft nur punktuell aktivieren und in der Regel nur kleine Teile der Bevölkerung, größtenteils nur die sowieso schon gut organisierten Bürgerinnen und Bürger bzw. die Vertreter von Organisationen, mobilisieren und kein repräsentatives Meinungsbild wiedergeben.

Auch bauen die vorhandenen Beteiligungsformen vielfach hohe Beteiligungsschwellen und -hemmnisse auf, die oft nur diejenigen nehmen können, die ein besonderes Interesse an einem Thema haben oder eine extreme Meinung vertreten. Das große Beteiligungspotenzial, das in der Bevölkerung vorhanden ist, kann auf diese Weise nicht ausgeschöpft werden.

Bürgerpanels sollen diese Mängel reduzieren. Sie treten jedoch nicht mit den traditionellen Beteiligungsformen in Konkurrenz. Vielmehr werden sie mit der Absicht ins Leben gerufen, auch diese Beteiligungsformen zu fördern, indem sie bisher passive Bürgerinnen und Bürger, die durch die Mitwirkung an Panels aktiviert werden, zur Teilnahme an traditionellen Beteiligungsformen motivieren.

Bürgerpanels stellen einen übergreifenden, allgemein zugänglichen und breitere Bevölkerungsteile einbeziehenden Ansatz zur Bürgerbeteiligung dar. Gleichzeitig verbessern Bürgerpanels die Informationsversorgung der gewählten demokratischen Interessenvertretungen sowie der Verwaltungsführung und eröffnen neue Kommunikationsmöglichkeiten zwischen Politik und Bürgern. (...)Das Bürgerpanel ist ein Instrument der sensiblen Aufspürung aktueller Problemlagen, Problemlösungserwartungen und Akzeptanzbereitschaften und ihrer Einbeziehung in das auf Bürgerunterstützung abstellende kommunale Entscheidungshandeln. Die Ergebnisse können Entscheidungsprozesse unterstützen.

Den teilnehmenden Bürgern und Bürgerinnen bietet das Bürgerpanel in einer übersichtlich organisierten, mit dem System der repräsentativen Demokratie problemlos vereinbaren Form institutionalisierte Informations-, Kommunikations-, Mitwirkungs- und Beteiligungschancen an.

Quelle:   http://www.buergergesellschaft.de/politische-teilhabe/modelle-und-methoden-der-buergerbeteiligung/meinungen-einholen-buergerinnen-und-buerger-aktivieren/das-buergerpanel/106179/;

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